Demokratie im Blick: KreisLandFrauen Leer informieren über rechtsextreme Strategien
Wie erkennt man rechtsextreme Einflussnahme im Alltag und welche Folgen hat sie für unsere Schulen? Rund 140 interessierte Gäste füllten das Café im Zollhaus Leer bis auf den letzten Platz, um den Ausführungen der Journalistin und Expertin Andrea Röpke zu folgen.
Ob in sozialen Netzwerken, durch getarnte Codes oder die gezielte Erziehung im rechten Milieu – die Strategien rechtsextremer Akteure sind vielfältig und oft subtil. Um für diese Gefahren zu sensibilisieren, luden die KreisLandFrauen Leer zu einem fundierten Vortragsabend ein. Mit Andrea Röpke, unter anderem Trägerin des Paul-Spiegel-Preises für Zivilcourage, gestaltete eine der profiliertesten Expertinnen auf diesem Gebiet die Veranstaltung.
Geschichtsverfälschung als ideologisches Fundament
Ein zentraler Aspekt des Vortrags war die gezielte Strategie der rechten Szene zur Geschichtsverfälschung und -verherrlichung. Durch die Umdeutung historischer Fakten wird versucht, ein hasserfülltes Weltbild zu legitimieren und demokratische Werte zu delegitimieren. Diese verzerrte Darstellung der Geschichte dient oft als Einstieg, um bereits bei jungen Menschen Zweifel an der bestehenden Geschichtsschreibung zu säen und nationale Mythen zu verankern.
Strukturierte Einflussnahme auf die nächste Generation
Röpke legte zudem detailliert dar, wie diese Ideologie praktisch vermittelt wird. Besonders im Blick stand die Erziehung in speziellen Lagern und die Art und Weise, wie Kinder in rechtsextremen Familien geprägt werden. Ziel sei es, eine Parallelwelt aufzubauen, in der der Nachwuchs schon in jungen Jahren gegen die demokratische Gesellschaft abgeschirmt und ein Feindbild aufgebaut wird.
Auch die Rolle der digitalen Welt stand im Mittelpunkt: Über soziale Medien verbreitete Codes und scheinbar harmlose Botschaften dienen dazu, rechtsextremes Gedankengut anschlussfähig zu machen und junge Menschen schleichend zu radikalisieren.
Gespanntes Publikum und lebhafte Debatte
Die Atmosphäre im vollbesetzten Zollhaus war während des Vortrags sichtlich gespannt. Die vorgetragenen Fakten boten reichlich Stoff für die anschließende, sehr lebhafte Diskussion zwischen dem Publikum und der Referentin. Dabei wurde deutlich, wie groß das Bedürfnis nach Aufklärung und Handlungssicherheit in der Region ist.
Die KreisLandFrauen Leer unterstrichen mit dieser Veranstaltung ihren demokratischen Bildungsauftrag. Als starke Gemeinschaft im ländlichen Raum setzen sie sich aktiv für Toleranz, Vielfalt und ein offenes Miteinander ein. Der Abend verdeutlichte, dass Information und eine wachsame Zivilgesellschaft entscheidend sind, um demokratische Räume in Schule und Erziehung nachhaltig zu schützen.
Service für Interessierte
Wer sich weiterführend über das Erkennen von rechten Symbolen und Strategien informieren möchte, findet hilfreiches Material und Beratungsangebote online:
www.endstation-rechts.de: Informationsportal zur rechtsextremen Szene.
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBT) Niedersachsen: Unterstützung und Beratung für Schulen, Vereine und Elternräte. https://mbt-niedersachsen.de/
Bild zur Meldung: v.l.n.r. Wiebke Baumfalk, Andrea Röpke, Mechthild de Boer, Marion Roeden, Imke de Haan






